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Gedenkstätte Gantenwald

Während des Dritten Reiches wurden Männer und Frauen aus den vom Deutschen Reich besetzten oder abhängigen Ländern, die meisten von ihnen aus Osteuropa zur Zwangsarbeit nach Deutschland gebracht. Sie wurden vorwiegend zur Arbeit in der Landwirtschaft und Industrie herangezogen.

 

Schwangere Zwangsarbeiterinnen wurden bis Ende 1942 in ihre Heimatländer abgeschoben

 

Im Jahr 1943 wurde durch die Gauleitung die Einrichtung eines sogenannten „Ausländerkinderpflegestätte“ für Zwangsarbeiterinnen im Weiler Gantenwald angeordnet. Dort wurde ein bäuerliches Anwesen beschlagnahmt, und ab Juni 1944 wurden schwanger gewordene Zwangsarbeiterinnen aus den damaligen Kreisen Backnang und Schwäbisch Hall zentral zur Entbindung gesammelt. Trotz Unterstützung aus der Bürgerschaft bei der Versorgung der Mütter und der Neugeborenen gab es aufgrund der schwierigen Verhältnisse in Kriegszeiten eine hohe Sterblichkeitsrate. Von 52 Neugeborenen starben 19 Kinder und eine Mutter durch Unterernährung, mangelnde Hygiene und fehlende medizinische Betreuung.

Die ersten sieben Kinder wurden im Friedhof Bühlerzell beerdigt, für die danach verstorbenen zwölf Kinder und die russische Mutter wurde Mitte 1944 unweit des Hofes am Waldrand ein neuer Friedhof angelegt.

Im Jahr 1984 wurde der Friedhof neu gestaltet und 1986 der Gedenkstein aufgerichtet.

Seither befindet sich der Friedhof in der Obhut der Gemeinde Bühlerzell. Er steht unter dem Bestandsschutz des Kriegsgräbergesetztes.

 

Der Gedenkstein auf dem Friedhof Gantenwald

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