Sie sind hier: Startseite » Geschichte
Die Gesamtgemeinde Bühlerzell entstand 1972 aus dem Zusammenschluss der ehemals selbständigen Gemeinden Bühlerzell und Geifertshofen.
Beide Orte waren in der Vergangenheit Teil unterschiedlicher Herrschaften:
Bühlerzell wurde um das Jahr 800 als Niederlassung des Klosters Ellwangen gegründet und 1236 erstmals erwähnt. Bühlerzell kam im 15. Jahrhundert zu Limpurg-Gaildorf und nach dem Wechselvertrag von 1578 bis zur Säkularisation 1803 zur Fürstpropstei Ellwangen.
Geifertshofen, nach 700 zur Versorgung der Stöckenburg gegründet, wurde 1078 erstmals in einem Schenkungsvertrag an das Kloster Comburg erwähnt. Ab 1419 war Geifertshofen bis zum Verkauf an Württemberg im Jahre 1781 im Besitz der Schenken von Limpurg.
Harmonische Einheit
Die Einwohner der beiden Teilgemeinden haben sich trotz Unterschieden in ihrer historischen Herkunft und Dialekt – schwäbisch und fränkisch – und Glauben – katholisch und evangelisch – zusammengefunden. Sie bilden inzwischen nicht nur eine verwaltungstechnische, sondern auch eine harmonische Einheit.
Ortsgeschichte Bühlerzell
Gründung um 800
Karl der Große lebte noch, als die Celle an der Bühler um das Jahr 800 von Benediktinermönchen aus dem Kloster Ellwangen gegründet wurde. Diese Niederlassung wurden von den Klosterbrüdern einerseits als Grenz- und Stützpunkt, andererseits als Wirtschaftsbetrieb errichtet, von der aus Waldrodung und Landwirtschaft betrieben wurde. Der Ortsname zeigt noch den Ursprung als „Celle an der Byler“
Wechselnde Besitzrechte:
Aus unbekannten Gründen zog sich das Kloster nach einiger Zeit aus dem Ort zurück. In der Folge hatten bis 1578 insbesondere die Schenken von Limpurg, aber auch andere Herrschaften wie die Herren von Rechberg, die Herren von Schechingen, die Herren von Adelmannsfelden, die Herren von Kottspiel sowie die Reichssadt Hall wechselnde Besitzrechte.
1236 erstmals erwähnt
In einer Urkunde vom 7. April 1236 tritt ein „H. Decanus de Cell“ als einer der Zeugen auf. In dieser Urkunde überlässt der Comburger Abt Konrad dem Orden der Minoriten die Jakobskapelle zu Hall. Mit diesem Cell ist nach Meinung der Fachleute eindeutig Bühlerzell gemeint.
Religiöse Zugehörigkeit
Nach der oben beschriebenen Urkunde bestand demnach schon im Jahre 1236 eine Pfarrei in der ein Dekan wirkte. Sie gehörte zum Kapitel Hall und zur Diözese Würzburg. Das Bestehen der Pfarrei wurde in einer Pergamenturkunde von 1277 wiederum bestätigt. Im Verlauf der Vorbereitungen zum Wechselvertrag von 1578 war Bühlerzell von 1544 bis 1565 evangelisch! Das jetzige Kirchengebäude, 1877-1879 erbaut, ist vermutlich der dritte Kirchenbau an dieser Stelle. Der Kirchturm stammt noch von der 1514 erbauten Vorgängerkirche. Er wurde um 1600 als „Juliusturm“ aufgestockt und das Turmdach mit der hohen achteckigen Spitze versehen.
Die Limpurger
Im 13. Jahrhundert drangen die Schenken von Limpurg immer mehr in das Ellwangische Gebiet vor. 1251 erhielten sie von Kaiser Konrad IV das Jagdrecht bis an die „Blinde Rot“, der heutigen östlichen Grenze der Gemeinde. 1405 kam auch das Patronat der Kirche in Bühlerzell, bis dahin im Besitz der Herren von Rechberg, an die Schenken von Limpurg. Unter dem Patronat der Limpurger wurde die alte romanische Kirche von 1514 neu errichtet.
Zurück zum Kloster Ellwangen
Im sogenannten Wechselvertrag von 1578 zwischen der Fürstpropstei Ellwangen und den Schenken von Limpurg – Obersontheim ging das Bühlerzeller Kirchenpatronat einschließlich zahlreicher Güter im Tausch gegen das Obersontheimer Patronat an die Fürstpropstei Ellwangen über. Damit verbunden war das Ende der 21-jährigen evangelischen Zeit von Bühlerzell. Von nun an war das Amt Tannenburg für die Verwaltung zuständig.
Königreich Württemberg
Nach Auflösung der Fürstpropstei Ellwangen im Rahmen der Säkularisation fiel das Gebiet schon im September 1802 dem Königreich Württemberg zu. Bühlerzell gehörte von da an zum Oberamt Ellwangen und kam nach dessen Auflösung im Jahre 1938 zum Kreis Schwäbisch Hall.
Ortsgeschichte Geifertshofen
Gründung nach 700 n. Chr.
Die Besiedlung Geifertshofens ging von der fränkischen Stöckenburg bei Vellberg aus. Die Gründung des Ortes „Giselbrehteshouen“ erfolgte in der Zeit des „Älteren Ausbaus“ nach 700 durch einen gewissen „Giselbrecht“.
1078 erstmals erwähnt
Nach einer Urkunde trat Adelbert von Bielrieth als Mönch in das Kloster Comburg ein und überließ diesem als Dank für die Aufnahme ins Kloster alle seine Rechte, Dienstleute und Güter an Giselbrehteshouen und weiteren Orten. “ Durch die Schenkung war Geifertshofen 1078 von Bielrieth in den Besitz des Klosters Comburg gekommen.
Die Schenken von Limpurg übernehmen die Macht
Im Jahre 1251 erhielten die Schenken von Kaiser Konrad IV. den Wildbann bis zur Blinden Rot. Dies war für die Schenken ein Anknüpfungspunkt für den Erwerb weiterer Rechte und von Höfen, die sie durch Kauf und Tausch allmählich an sich brachten. Im Jahre 1419 erwarben die Schenken von Limpurg mit der Vogtei die Herrschaft über Geifertshofen. Nachdem Schenk Erasmus im Jahre 1541 die Limpurg vor den Toren Halls an die Stadt Hall verkauft hatte, wählte er Obersontheim als neuen Residenzsitz, von dort aus wurde nun auch Geifertshofen verwaltet.
Religiöse Zugehörigkeit
1540 traten die Schenken von Obersontheim der Reformation bei und wurden protestantisch. Mit den Schenken mussten natürlich auch alle Untertanen den neuen Glauben annehmen. Man geht davon aus, dass der damalige katholische Pfarrer Gregor Bükher ab 1550 die Messe nach dem neuen Ritus gelesen hat und so die Reformation einführte.
1626 Großer Dorfbrand
Am 14. April 1626 überschattete mitten im 30-jährigen Krieg ein großer Dorfbrand die Geschichte Geifertshofens, dem die Kirche und 28 Gebäude zum Opfer fielen.
Kirche und Schule
Die Kirche wurde nach dem großen Brand von 1626 auf den Grundmauern der niedergebrannten Kirche wieder errichtet und im Jahr 1902 erweitert. Erwähnenswert ist auch, dass Geifertshofen bereits 1625, also während des 30-jährigen Krieges, eine Schule bekam, die 1650 erweitert werden musste. Das heutige Schul- und Rathaus wurde 1855 auf dem ehemaligen Friedhof erbaut. Es ist inzwischen in Privatbesitz.
Jährlich zwei Märkte
1813 erhielt Geifertshofen das Recht, jährlich zwei Vieh- und Krämermärkte abzuhalten. Diese Märkte werden auch heute noch jeweils am ersten Donnerstag im März und im September abgehalten und bilden Höhepunkte im dörflichen Leben.
Ende der Schenken von Limpurg
1713 starben die Schenken von Limpurg, deren letzter Vertreter Schenk Vollrath war, im Mannesstamme aus. Nach Schenk Vollraths Tod wurde die Herrschaft unter seinen Töchtern und Enkeln aufgeteilt.
Am 25. Oktober 1781 wurde der Schmiedelfeldische Landesteil, zu dem Geifertshofen inzwischen gehörte, für 375000 Gulden an Herzog Karl Eugen von Württemberg verkauft. Geifertshofen gehörte zunächst zum Herzogtum und ab 1806 zum Königreich Württemberg. Die Verwaltung lag beim Oberamt Gaildorf und nach dessen Auflösung kam Geifertshofen im Jahre 1938 zum Kreis Schwäbisch Hall.
Die ausführlichen Geschichten der Gemeinde, der beiden Kirchengemeinden und aller örtlichen Vereine ist in der „Chronik Bühlerzell und Geifertshofen“ beschrieben. Das Chronikbuch kann im Rathaus Bühlerzell erworben werden.
Der Heimat- und Kulturverein Bühlerzell und Geifertshofen hat es sich zur Aufgabe gemacht, das vorhandene Wissen um unsere Vergangenheit den Bürgern näher zu bringen. Dabei soll die Geschichte von Bühlerzell erforscht und weitergegeben werden.
Die nachfolgenden Ausführungen basieren auf dem „Historischen Dorfrundgang“ des Heimat- und Kulturvereins Bühlerzell und Geifertshofen. Es waren auch immer wieder Menschen aktiv, die diese Geschichte erforscht haben. Genannt sei ein für Bühlerzell ganz wichtiger Mann: Studienrat Josef Fischer hat schon vor dem Krieg viele Daten für eine Ortschronik zusammen getragen. Der Fischerplatz in Bühlerzell wurde nach ihm benannt.
Das Kloster Ellwangen hat nach seiner Gründung um ca. 764 den Virngrundwald als sein Herrschaftsgebiet zugesprochen bekommen. Durch Mönche wurden vermutlich um das Jahr 800 kleine Zellen gegründet.
Die so genannten „Zell“ Orte wie Jagstzell an der Jagst, Leinzell an der Lein, Eigenzell, Birkenzell und so auch die Zelle an der Bühler (der Biller, Bilera (keltisch) = die Schimmernde) wurden am Rand des Virngrundwaldes gegründet, um so den Herrschaftsanspruch des Klosters zu festigen.
In Bühlerzell an der Grenze des Virngrundwaldes gab und gibt es es bis in die Nähe der Bühler eine leichte Anhöhe, wo heute die Kirche steht und wo die drei Wasserläufe Bühler, Schäfbach und Pfaffenbach von drei Seiten als Schutz dienten. Der Ort war also nur von der Anhöhe im Osten her ungeschützt. Deshalb wurde vermutlich im Lauf der Zeit zum Schutz hier ein künstlicher Graben angelegt, nämlich der „Wolfsgraben“.
Die Zelle an der Bühler wurde also ca. um das Jahr 800 gegründet. Nach und nach haben sich Bauern angesiedelt und auf dem trockeneren Teil des Ortes Höfe angelegt. Außerdem haben sie den Wald gerodet, die Sümpfe entwässert und Äcker und Wiesen angelegt. Dies war vermutlich so um das Jahr 1200 abgeschlossen. 1285 wird neben Tanne auch Celle in einem Würzburger Pfarrverzeichnis genannt. Dies ist die erste schriftliche Erwähnung.
Die Ortschaft hatte dann über Jahrhunderte etwa die gleiche Größe, wobei die Einwohnerzahl sicher stark schwankte. Nach dem 30 jährigen Krieg von 1616 bis 1648, in den in den Jahren 1634 und 1635 auch noch die Pest fiel, war vermutlich weniger als die Hälfte der Bevölkerung übrig. Etwa 600 Jahre lang – vom 13.Jahrhundert bis zum Jahre 1900 – hat Bühlerzell immer etwa gleich viele Häuser gehabt.
Fast jeder Hof und jedes Haus hatten in alter Zeit einen eigenen Brunnen. Dieser bestand aus einem ausgemauerten Schacht, der so weit in die Erde gegraben wurde, bis man auf Grundwasser oder auf eine wasserführende Schicht stieß.
Die Tiere wurden mehrmals täglich zu den Brunnentrögen getrieben. Ebenso holten die Frauen an den Brunnen das Wasser für die Küche, zum Waschen und für den Garten. Die Brunnen haben nach dem Bau der Wasserleitung im Jahre 1926 ihre Bedeutung verloren. Früher hatte fast jedes Haus einen eigenen Brunnen und auf manchen alten Bildern sind diese Brunnen noch zu sehen. Dass die Gebäude zum Teil ursprünglich einmal kleiner gebaut wurden, kann man am Schwanen zeigen. Er wurde um das Jahr 1890 gebaut und später aufgestockt.
Braute der Wirt des Gasthauses Hirsch Bier, so musste man es auch so lagern, dass es nicht verdirbt. Das Bier wurde in Holzfässern gelagert. Das war vor allem im Sommer sehr schwierig.
Der Bierbrauer hat in einem schattigen Wald – im „Kellerwald“ – einen Keller gegraben. In einem Keller ist die Temperatur immer gleich nieder. Dort hat er das Bier aufbewahrt. Um das Bier zusätzlich zu kühlen, wurde zusätzlich zum Bierkeller ein zweiter, runder Eiskeller gebaut. Diesen Keller kann man nur über den Quergang vom großen Keller aus erreichen, in dem auch das Bier gelagert wurde.
Um 800 erbauten sechs Klosterbrüder eine Kapelle aus Holz und eine Behausung. Später wurde dann eine größere steinerne Kapelle gebaut und größere Flächen für Höfe gerodet, die sicher in unmittelbarer Nähe der Kirche waren, weil es dort höher und damit trocken war.
1514 entstand unter dem Patronat von Limpurg die Vorgängerkirche der heutigen Kirche. Patronatsherr war Schenk Christoph I in Gaildorf. Es war gleichsam sein Testament an Bühlerzell, denn er starb schon 1515. Diese Kirche war viel kleiner als die heutige Kirche. Der Altar dieser Kirche stand im Kirchturm, ähnlich wie in Geifertshofen. Die Kirche war nur 12 mal 17 Meter. Diese alte Kirche stand also genau vor dem Kirchturm. Auf der Südseite der heutigen Kirche ist noch der Türstein dieser Alten Kirche eingemauert, der das Wappen der Schenken von Limpurg, den Erbauern der alten Kirche zeigt.
1877 beginnt der Bau der heutigen Kirche. Die alte Kirche wurde abgerissen. Nur der Kirchturm blieb stehen. Am 30.10.1879 wird die neue Kirche dem Gebrauch übergeben. Am 02.07.1881 wird sie konsekriert.
Früher gehörten die Höfe im Allgemeinen einem Lehensherren wie den Schenken von Limpurg, den Herren von Adelmannsfelden oder den Fürstpröbsten in Ellwangen.
Diese verliehen die Höfe an ihre Untergebenen, die anstelle von Geld dafür den Zehnten als Pacht entrichten mussten. Das heißt, sie mussten den Zehnten Teil ihrer Ernte an die Herrschaft abgeben. Diese Früchte wurden in der Zehntscheuer aufbewahrt. Außerdem mussten die Untergebenen auch Eier, Hühner und Gänse zu bestimmten Zeiten abgeben. Zum Beispiel „Fastnachtshühner“, also Hühner, die um die Fastnachtszeit abzugeben waren. Diese Zehntscheune stand im heutigen Pfarrgarten.
Der Hirschwirt braute sein Bier selbst und belieferte auch die anderen Wirtschaften in der Gegend mit Bier. Um Bier zu brauen braucht man sauberes Wasser, Gerste und Hopfen, also alles Dinge, die man auf dem Land hatte oder anbauen konnte.
Das Wasser bezog der Hirschwirt aus der Gegend vom Werksteinbruch. Von dort führte eine Leitung bis zu seiner Brauerei. Das Wasser wird heute übrigens für den Dorfbrunnen am Fischerplatz verwendet. Braugerste hat er ausgesät, diese wurde dann auf dem Malzboden gemälzt, das heißt angeröstet. Den Hopfen baute er im Hopfenberg an.
Im Keller des Hirschwirts wurde zum Teil das Bier, aber vor allem auch der Wein gelagert. Als der Müller Kohnle im Jahre 1895 einen Stromgenerator einbaute, waren die Gasthäuser die ersten Abnehmer von Strom. An der Decke des Kellers erkennt man noch die ersten Isolatoren, an denen die Drähte blank an der Decke ins Haus geführt wurden.
Wer in früheren Zeiten keine Arbeit hatte oder krank war, musste sehen, wie er klar kam. Die Gemeinde hatte jedoch ein Armenhaus, in dem besonders bedürftige Leute wohnen konnten.
Dieses Armenhaus stand in Bühlerzell etwa an der Stelle des heutigen Gebäudes Kottspieler Straße 4. Es wurde etwa um das Jahr 1928 abgebrochen und das heutige Haus gebaut, in dem dann der Kaufladen der Familie Kohler war.
Die alte Bezeichnung „Bachgasse“ bezog sich auf das Gebiet des unteren Teils der Kirchgasse und des angrenzenden Bereiches der Geifertshofer Straße.
Die alte Bühlerbrücke war neben der heutigen Brücke. Sie hatte einen runden Bogen und 3 zusätzliche Durchlässe. Wenn es aber viel regnete, staute sich das Wasser an der Brücke und lief dann in das Dorf hinein.
Hochwasser im Dorf gab es früher deutlich häufiger, denn unter der neuen Brücke geht viel mehr Wasser hindurch. Außerdem wird seit ein paar Jahren bei starkem Regen das Wasser des Pfaffenbachen und des Eichbaches umgeleitet und fließt erst unterhalb von Bühlerzell in die Bühler.
Die Mühle war wichtig, damit man das Korn schroten und zu Mehl zum Backen und als Schrot zum Füttern an die Tiere verarbeiten konnte.
Sie wurde 1910 aufgegeben, nachdem man seit 1895 elektrischen Strom erzeugt hat und 1911 zur besseren Stromversorgung eine leistungsstarke Turbine von Voith eingebaut hat. Zur Mühle gehörte auch ein Hof, der 1964 in den Imberger Weg ausgesiedelt wurde, sowie das Sägewert, das ursprünglich direkt hinter dem Mühlengebäude an der Bühler betrieben wurde und erst später an den heutigen Standort verlegt wurde. Die Bühlerzeller Mühle war als einziges Anwesen immer der Stadt Hall zinspflichtig.
Das „Schuhbergle“ hat seinen Namen von Schuhmacher Anton Schüle (der „Knäpperle“ genannt wurde, weil er hinkte). Sein Haus stand etwa an der Stelle der heutigen Pfarrhausgarage.
An der Turnhalle in Richtung Raiffeisenbank war früher die Brechhütte. Sie lag damals weit außerhalb des Ortes.
In der Urkarte von 1829 ist im Bereich der Turnhalle ein Gebäude eingetragen, das im Primärkataster von 1834 als „Brechhütte am Schönbronner Weg“ benannt ist und der Gemeinde gehörte. In der Brechhütte wurde der Flachs gebrochen, dessen Fasern aus dem Stängel man für die Herstellung von Leinen brauchte. Dazu musste man den Flachs aber erst einmal dörren und anschließend musste man ihn brechen, damit die störrischen Fasern des Flachses weich und geschmeidig wurden. Weil es beim Dörren auch manchmal zu Bränden kam, baute man diese Brechhütten außerhalb des Ortes, damit nicht auch noch die Häuser durch das Feuer gefährdet waren.
Das Eis für den Brauerei-Bierkeller wurde im „Eisweiher“ oberhalb des gemeindlichen Bauhofs gebrochen.
Das gebrochene Eis wurde auf Leiterwagen geladen, hinauf in den Kellerwald gefahren und in eine Öffnung in der kleineren Hütte geschaufelt. Von dort fiel es direkt in den runden Keller.
Mit Überschreiten des Schäfbaches sind wir im Rapsviertel. So wurde früher der Ortsteil südlich des Schäfbaches genannt.
Das Kaufhaus Knies war für damalige Zeit ein großes Kaufhaus, in dem es von Lebensmitteln über Stoffe zum Nähen bis zur Wagenschmiere alles gab. Es kam auch Kundschaft aus Geifertshofen und dem Fischachtal. Von 1953 bis 1965 war es eine Filiale des Kaufhauses Weller aus Bühlertann.
Früher war der Friedhof um die Kirche herum angelegt (Kirchhof) und war mit einer Mauer umgeben. Er wurde im Jahre 1855 an den heutigen Standort verlegt, damit man Platz für die neu zu bauende Kirche hatte, die viel größer wurde und nach Norden, also auf den bisherigen Friedhof gebaut wurde.
Wenn man also auf dem Kirchplatz und in der Kirche graben würde, würde man noch Gebeine von Toten finden. Auf dem Platz vor dem Rathaus stand früher einmal noch ein Haus „Stockgrämers an der Kirchenmauer“, also war dort wohl ein kleiner Kaufladen untergebracht. Vom Rathaus zur Kirchgasse ging das „Beckengässle“, unten war ein Brunnen.
Ab dem Jahre 1640 wurde in Bühlerzell eine Schule betrieben. Sie war im Haus Geifertshofer Straße 5 (Hugo Straub) untergebracht. Der Lehrer hatte nebenher eine Landwirtschaft; vom Lehrergehalt alleine konnte er nicht leben. Auch gab es kein Klassenzimmer, sondern die Schüler wurden in seinem Wohnzimmer unterrichtet.
Es gab damals auch keine ausgebildeten Lehrer. So war der erste Bühlerzeller Lehrer Hans Hübner ein Schneider, der auch das Mesneramt übernehmen musste. Nach seinem Tod im Jahre 1650 schrieb das Amt Tannenburg: „Er war des Lesens und Schreibens nicht recht kundig“. Als Schulgeld mussten 12 Kreuzer im Vierteljahr bezahlt werden.
Ein großes Problem war das dauernde Fehlen der Kinder. Im Sommer mussten sie auf dem Feld mithelfen und im Winter kamen sie wegen des Schnees nicht in die Schule. Viele Kinder hatten in der kalten Jahreszeit nicht einmal richtige Schuhe und im Sommer mussten sie sowieso barfuss laufen.
Im Jahre 1812 wurde die Schule an den Standort des heutigen Rathauses verlegt. Sie war zuerst einstöckig, wurde dann aber im Jahre 1842 auf 2 und später auf 3 Stockwerke ausgebaut. Ab 1843 hatte man 2 Lehrer in Bühlerzell. Diese Schule brannte aber im Jahre 1902 ab. Wahrscheinlich war es Brandstiftung, da die neue Schule schon geplant war. 1980 wurde dann die Schule in den heutigen Standort bei der Turnhalle verlegt.
Die erste Bühlerzeller Schmiede war in einem Haus untergebracht, das auf dem heutigen Fischerplatz stand. Als dieses Haus abgebrochen wurde, kam die Schmiede in das Haus Fischerplatz 1 (heute Diem), das jedoch auch längst abgerissen ist.
Es waren immer wieder Menschen aktiv, welche die Bühlerzeller Geschichte erforscht haben. Ein für Bühlerzell ganz wichtiger Mann war Studienrat Josef Fischer, der schon vor dem Krieg viele Daten für eine Ortschronik zusammen getragen hat. 1945 wurde der Fischerplatz in Bühlerzell nach ihm benannt.
Es waren immer wieder Menschen aktiv, welche die Bühlerzeller Geschichte erforscht haben. Ein für Bühlerzell ganz wichtiger Mann war Studienrat Josef Fischer, der schon vor dem Krieg viele Daten für eine Ortschronik zusammen getragen hat. 1945 wurde der Fischerplatz in Bühlerzell nach ihm benannt.
Mit „Vorstadt“ wurden die Häuser westlich der Bühler bezeichnet.
Das Badhaus war ein öffentliches Bad, das im Auftrag der Gemeinde von einem Bader betrieben wurde. Das Bad bestand aus Holzzubern – in die der Bader hoffentlich warmes Wasser einfüllte.
Im Badhaus wurde nicht nur Körperpflege betrieben, sondern auch rasiert, Haare geschnitten, Zähne gezogen und kleinere chirurgische Eingriffe wie Aderlassen und Schröpfen vorgenommen. Sicher war es auch ein beliebter Treffpunkt, an dem man sich traf und Neuigkeiten austauschen konnte.
Um den Wasserzufluss im Mühlkanal zu regulieren, wurde um das Jahr 1948 der neue Kanal und an seinem oberen Ende der „Ablass“ errichtet. Früher war dort eine kleine hölzerne Umkleidekabine, denn im Sommer haben die Bühlerzeller im „Alass“ gebadet.
Dann kontaktieren Sie uns einfach jederzeit unter folgenden Kontaktmöglichkeiten:
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Vimeo. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen