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Depressionen sind stark auf dem Vormarsch - Im Landkreis Hall litten 2015 mehr als 8 Prozent aller Menschen daran

Depressionen sind stark auf dem Vormarsch

Im Landkreis Hall litten 2015 mehr als 8 Prozent aller Menschen daran


Schwäbisch Hall. Die Lebensfreude geht verloren, berufliche Anforderungen können kaum noch erfüllt
werden, Freunde und Familie werden vernachlässigt – dies alles sind Anzeichen
für eine Depression. Als Ursache für Krankschreibungen steht sie an erster
Stelle. Im Landkreis Schwäbisch Hall waren im vergangenen Jahr 8.849 AOK-Versicherte
davon betroffen. Dies sind 8,8 Prozent aller Einwohner der Region.


Mit diesem Anteil lag Hall deutlich unter dem Landesschnitt, denn im gleichen Zeitraum betrug die Zahl der
Depressions-Patienten in Baden-Württemberg 453.738 Menschen, was einer Quote
von 11,2 Prozent aller AOK-Versicherten entspricht. Die Zahlen der AOK gelten
als repräsentativ, da sie mit 43 Prozent aller Versicherten die größte
Krankenkasse im Land ist.


Im Landkreis Schwäbisch Hall entwickelten sich die Behandlungszahlen von depressiven Erkrankungen von 7.122
in 2011 über 7.799 in 2013 auf 8.849 im vergangenen Jahr. Dies entspricht einer
mittleren jährlichen Veränderung von 5,6 Prozent zwischen 2011 und 2015.


AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Psychische Belastungen und Störungen zählen seit 20 Jahren zu den
häufigsten Ursachen für krankheitsbedingte Ausfälle am Arbeitsplatz – und das
mit deutlich steigender Tendenz. Innerhalb der vergangenen 12 Monate waren 13
Prozent der Frauen und 6 Prozent der Männer im Alter zwischen 18 und 64 Jahren
von Depressionen betroffen.“ Frauen erkranken nach Angaben des
Robert-Koch-Instituts etwa 1,8-mal so häufig wie Männer.


„Depressionen sind nicht immer leicht zu erkennen und die Dunkelziffer ist vermutlich relativ hoch“,
ergänzt Dr. Sabine Knapstein. Viele Patienten berichten über Symptome wie
Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Muskelverspannungen oder
auch Gedächtnisstörungen. Oft würden die Antworten auf zwei Fragen den Arzt auf
die richtige Spur führen: Hat sich der Betroffene in den vergangenen Monaten
häufig niedergeschlagen, traurig oder hoffnungslos gefühlt? Hatte er in dieser
Zeit weniger Freude an Dingen, die er sonst gerne macht?


Dr. Knapstein: „Wenn die Diagnose feststeht, sollten Arzt und Patient die Ziele der Behandlung gemeinsam
festlegen. Um gesund zu werden, ist es wichtig, dass der Patient mitarbeitet“.
Studien weisen darauf hin, dass körperliche Bewegung Depressionen vorbeugen
kann. Regelmäßiger Sport spiele dabei eine wesentliche Rolle.


Die AOK Baden-Württemberg hat gemeinsam mit der Bosch BKK, MEDI Baden-Württemberg und
psychotherapeutischen Verbänden für die Bereiche Psychotherapie, Neurologie und
Psychiatrie einen Facharztvertrag abgeschlossen. Er ermöglicht den
teilnehmenden Patienten eine schnelle, strukturierte und flexibel auf die
Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnittene Behandlung.

Weiterführende Informationen zum Thema „Depression“ gibt es im Internet unter
www.gesundheitsinformationen.de

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